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16.02.17

GRÜNDUNGSWISSEN

Sie möchten den Schritt in Richtung Selbstständigkeit wagen, haben aber leichte Anlaufschwierigkeiten?

Wir helfen Ihnen bei diesem Schritt und geben Ihnen eine Übersicht, was Sie alles zu beachten haben.

Wie melde ich meine Selbstständigkeit an?

Der erste Schritt zur Selbstständigkeit ist es natürlich diese anzumelden. Wo muss ich hin, was genau muss ich anmelden? Dass werden wir Ihn im Folgenden Schritt für Schritt erklären.

  • Das Unternehmen anmelden
  • Genehmigungen
  • Mitarbeiter anmelden
  • Persönliche Absicherung
  • Gesetze und Verordnungen

Zunächst müssen Sie sich im Klaren darüber sein, ob sie eine freiberufliche oder eine gewerbliche Tätigkeit ausführen werden. Sehen Sie sich also eher als Arzt, Architekt oder Rechtsanwalt oder haben sie vor im Einzelhandel oder produzierenden Gewerbe tätig zu sein? Im Zweifelsfall wird das zuständige Finanzamt diese Entscheidung fällen.

Als Freiberufler müssen Sie lediglich eine Steuernummer beantragen und den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen.

Als Gewebetreibender müssen Sie Ihr Vorhaben hingegen beim Gewebeamt anmelden. Dieses Informiert dann alle weiteren Behörden und Institutionen.

Eine weitere Regelung gibt es für die Kaufleute, zu denen viele der Gewerbetreibenden zählen. Diese müssen Ihr Unternehmen durch einen Notar im Handelsregister eintragen lassen.

Für einige selbstständige Tätigkeiten werden amtliche Erlaubnisse und/ oder Genehmigungen benötigt. Damit Sie damit nicht in Verzug geraten, sollten Sie sich frühestmöglich bei Ihrer Industrie-und Handelskammer oder Handwerkskammer drüber informieren, ob und welche Genehmigungen bzw. Erlaubnisse sie benötigen.

Falls Sie nicht vorhaben ein 1- Personen- Unternehmen zu gründen und Mitarbeiter einstellen möchten, dann sollten Sie diesen Punkt ebenfalls beachten. Zur Beschäftigung von Mitarbeitern benötigen Sie eine Betriebsnummer von der Agentur für Arbeit. Zudem müssen Sie darauf achten, Ihre Mitarbeiter bei der betrieblichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung anzumelden.

Nicht außer Acht lassen sollten Sie Ihre persönliche Absicherung. Es ist wichtig, dass Sie sich bereits vor der Gründung Ihres Unternehmens um Vorsorge und Versicherungen zu kümmern und Ihre Krankenkasse informieren.

Bei der Gründung einer Unternehmung gibt es verschiedene Gesetze und Verordnungen über die Sie sich im Klaren sein sollten. So ist nicht jeder von jedem Gesetz und jeder Verordnung betroffen, es ist dennoch wichtig sich bereits vor der Gründung darüber zu informieren, welche Gesetze das geplante Vorhaben betreffen.

Welche Rechtsform wähle ich?

Im nächsten Schritt gilt es die Rechtsform für Ihr Unternehmen festzulegen. Was ist die geeignetste Rechtsform für mein Unternehmen und was lege ich mit einer Rechtsform fest? Mit der Rechtsform Ihres Unternehmens legen sie fest wer die Geschäftsführung übernimmt, wie das Verhältnis der Gesellschafter untereinander ist und was diese für einen Entscheidungsspielraum innerhalb des Unternehmens haben.
Ihre Kunden können anhand der Rechtsform etwas über die Haftung des Unternehmens erfahren. So ist an dieser zu erkennen, in wie fern Sie für die Schulden des Unternehmens mit Ihrem persönlichen Vermögen haften.

  • Kapital- oder Personengesellschaft?
  • Gewerbetreibender oder Freiberufler?

Der grundlegende Unterschied zwischen einer Kapitalgesellschaft und einer Personengesellschaft liegt in der Haftung. Während die Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft nur in Höhe Ihrer Einlage und in Höhe des Gesellschaftsvermögens haften (einige Ausnahmen bei denen privat gehaftet wird), haften die Gesellschafter von Personengesellschaften zusätzlich zu dem Gesellschaftsvermögen auch mit Ihrem privaten Vermögen.
Zu den Kapitalgesellschaften zählen die GmbH, die UG und die AG.
Zu den Personengesellschaften zählen die GbR, die KG, die GmbH & CO.KG, die PartG und die PartGmbH. Wobei es für die KG, die PartG und die GmbH & CO. KG Sonderreglungen bezüglich der Haftung gibt.
Des Weiteren sollten Sie sich im Klaren sein, ob sie das Unternehmen alleine oder mit Partnern gründen wollen, damit sie die optimale Rechtsform wählen können.

Auch dieser Aspekt ist für die optimale Wahl der Rechtsform relevant.
So ist der Spielraum für Freiberufler zwar nicht so groß wie für Gewerbetreibende, jedoch gibt es für Freiberufler spezielle Reglungen hinsichtlich der Rechtsform.

Gewerbetreibende:
Bei Gewebetreibenden handelt es sich meist um im Handelsregister eingetragene Kaufleute.
Falls Sie sich dazu zählen sind folgende Rechtsformen für Sie sinnvoll:

  • Einzelunternehmen: für 1-Personen-Gründungen
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH): auch für 1-Personen-Gründungen
  • Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt): auch für 1-Personen-Gründungen
  • GmbH & Co. KG
  • Kommanditgesellschaft (KG)
  • Aktiengesellschaft (AG): auch für 1-Personen-Gründungen

Kleingewerbetreibende:
Kleingewerbetreibende sind keine Kaufleute. Das heißt sie müssen nicht im Handelsregister eingetragen werden. Planen Sie also ein einfach organisiertes Unternehmen (beispielsweise einen Kiosk, ein kleinen Kurierdienst) zu gründen, dann zählen Sie zu den Kleingewerbetreibenden. Dann können Sie zwischen folgenden Rechtsformen wählen, die keinen allzu großen Aufwand verursachen:

  • Einzelunternehmen: für 1-Personen-Gründungen
  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR): für Teamgründungen

Freiberufler:
Als Freiberufler können Sie zwischen folgenden Rechtsformen wählen:

  • Einzelunternehmen: für 1-Personen-Gründungen
  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR): für Teamgründungen
  • Partnergesellschaft (PartG): für Teamgründungen
  • Partnergesellschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartG mbH): für Teamgründungen

Nachdem wir Ihnen nun die für Sie in Frage kommenden Rechtsformen dargestellt haben, hier noch ein paar Infos.
Die Wahl der Rechtsform kann schnell kompliziert wirken. Deshalb nehmen Sie sich Hilfe bei Ihrer Entscheidung und nutzen Sie die Informations- und Beratungsprogramme der Industrie- und Handelskammer und der Handelskammer. Beziehen Sie auf jeden Fall Ihren Steuerberater und Ihren Rechtsanwalt in die Entscheidung mit ein, denn eine Rechtsform hat sowohl finanzielle, steuerliche als auch rechtliche Auswirkungen. Wichtig: Sie können die Rechtsform jederzeit wechseln.

Wie gewinne ich Kunden?

Ein Unternehmen ohne Kunden funktioniert nicht. Deshalb zeigen wir Ihnen worauf es bei der Kundengewinnung ankommt und was Sie alles beachten müssen.

Das A und O ist es, sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden zu orientieren. Denn nur wenn man sich daran orientiert schafft man es, den Kunden von sich selbst, von dem Produkt und dem Unternehmen zu überzeugen.
Wir zeigen Ihnen im Folgenden wie sie genau das erreichen.

Was erwartet mein Kunde?

Damit Sie sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden orientieren können, müssen sie erst einmal wissen, was diese von Ihnen und Ihrem Unternehmen erwarten.

Erwartet mein Kunde….

….einen technischen Nutzen?
….die Lösung eines Problems?
….ein besonderes Design?
….ein Produkt mit einem besonderen Image?

Wenn Sie es geschafft haben diese Frage für sich zu beantworten haben Sie die Grundlage Ihrer Kundengewinnung geschaffen und können sich nun an Ihren erarbeiteten Ergebnissen orientieren.

Zudem ist es wichtig, Ihre Kunden genau zu kennen. Dafür ist es wichtig eine Zielgruppenanalyse durchzuführen. Denn um Kunden überhaupt erst zu gewinnen müssen sie Vorteile gegenüber der Konkurrenz erlangen. Können Sie den Kunden beispielsweise einen Vorteil in den Punkten Standort, Preis oder Angebot bieten, dann müssen Sie diesen Vorteil nutzen und ausbauen.

Wie hoch ist mein Marktanteil?

Generell gilt: Je mehr Kunden Sie in Ihrem Markt haben, desto besser. Für das Marketing ist es also wichtig zu wissen, wie viele Kunden der Markt insgesamt umfasst, wie viele Kunden ich derzeit erreiche und wie viele Kunden ich in Zukunft erreichen möchte bzw. erreichen muss.

Zur kurzen Erläuterung: der Marktanteil ist der prozentuale Anteil, den Sie mit Ihren Verkäufern am Gesamtverkauf haben. Dies gilt für ein bestimmtes Angebot in einem fest umschlossenen Markt. Wie hoch die Gesamtverkäufe sind, lässt sich aus Daten ermitteln, die von bestimmten Institutionen erschlossen worden sind. Ihren Marktanteil können Sie dann anhand dieser Daten und der Gesamtverkäufe grob berechnen.

Wie binde ich Kunden?

Die Kundenbindung ist ein äußerst wichtiger Aspekt für Ihr Unternehmen, den Sie sich zu Herzen nehmen sollten. Denn die 80:20 - Regel verdeutlicht, dass 80% des Umsatzes mit 20% der Kunden erzielt werden. Man sieht daran, dass es äußerst wichtig ist Kunden zu binden und die Kundenbeziehungen zu pflegen, damit einem die Kunden möglichst lange erhalten bleiben.

Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Aspekte die Sie beachten sollten um genau diese Kundenbindung zu schaffen und zu erhalten:

Kundenzufriedenheit:
Damit Ihnen ein Kunde erhalten bleibt und sich an Sie und Ihr Unternehmen bindet, ist es äußerst wichtig, dass dieser Kunde zufrieden ist. Diese Zufriedenheit erreichen sie durch das Besondere der Leistung, durch Mitarbeiterfreundlichkeit, sowie durch Servicequalität und individuelle Beratung. Zudem spielt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis eine wichtige Rolle.

Vertrauen:
Vertraut der Kunde Ihnen und Ihrem Unternehmen nicht und zweifelt an Ihrer Glaubwürdigkeit, so wird er sich niemals an Ihr Unternehmen binden. Deshalb ist es wichtig, Seriosität, Verlässlichkeit und Kompetenz zu vermitteln.

Beschwerdemanagement:
Ist Ihr Verhalten bei Reklamationen positiv und die Reklamationen werden schnell und ohne Komplikationen gemeistert, so ist es wahrscheinlich, dass die meisten Kunden trotzdem wieder bei Ihnen kaufen werden. Das Beschwerdemanagement ist also besonders wichtig für die Stabilisierung von Kundenbeziehungen.

Laufende Kundeninformationen:
Es ist zudem sehr wichtig, dass Sie Ihre Kunden regelmäßig über laufende Aktionen und Sonderangebote informieren. Auch Tipps um Dienstleistungen und Angebotserweiterungen herum sind hilfreich.

Service:
Um den Kunden einen guten Service bieten zu können sollten sie eine ausreichende und zufriedenstellende Beratung zur Verfügung stellen. Zudem sind persönliche Telefonate bezüglich Kundenproblemen und Kundenanfragen eine gute Methode um Kunden zu binden.

Bonusprogramme:
Um bereits bestehende Kunden zu halten sollten sie regelmäßig Bonusprogramme wie Rabatte oder Zusatzleistunden zur Verfügung stellen.

Kundenkompetenz schaffen:
Ein letzter und zudem sehr wichtiger Aspekt ist es, Kundenkompetenz zu schaffen. Geben sie den Kunden persönliche Einweisungen und bieten Sie als Hilfeleistungen Benutzerhandbücher an. Die Investition in die Kundenkompetenz erhöht den Kundennutzen der erworbenen Produkte und steigert somit die Kundenzufriedenheit. Grade bei technischen Produkten ist dies sehr hilfreich, da sich der Kunde durch diese Hilfestellungen nicht allein gelassen fühlt und Ihren Service zu schätzen lernt.

Mit diesen Tipps sollte es Ihnen leichter fallen, die richtigen Methoden zu finden um Ihre Kunden zu binden und Ihrer Geschäftsidee die richtige Starthilfe zu bieten.

Wir hoffen, dass Ihnen diese kurze Übersicht hilft, die ersten Schritte zur Selbstständigkeit zu meistern. Genauere Informationen zu einzelnen Punkten können Sie zudem unter folgendem Link nachlesen: http://www.existenzgruender.de/DE/Weg-in-die-Selbstaendigkeit/Gruendungswissen/inhalt.html;jsessionid=D970BF8360833F3697457B0D8DC3B23C

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen und einen erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit!